Portiunkula-Markt

Organisation des Marktes

Portiunkula MarktKontaktperson:
Herr
Dieter Binggeli
Ramsteinerweg 13
4222 Zwingen
Tel. 079 / 444 88 28
kashmir@bluewin.ch

Der Portiunkula-Markt dauert 3 Tage und beginnt am Freitag, nach dem 1. August.

AnmeldeformularPortiunkula  [PDF, 107 KB]

Marktverordnung  [PDF, 89.0 KB]

Marktzeiten:

Freitag                  16.00 Uhr             bis mind. 23.00 Uhr          

Samstag               10.00 Uhr             bis mind. 23.00 Uhr          

Sonntag                10.30 Uhr             bis mind. 18.00 Uhr    
      

Der kirchliche Ursprung

Wenn heute noch alljährlich Hunderte von Besuchern aus nah und fern an das berühmte Portiunkula-Fest nach Dornach strömen, dann wissen wohl die wenigsten, dass dieses Fest kirchlichen Ursprungs und aufs engste mit unserem Kapuzinerkloster verbunden ist. «Portiunkula» ist aber keine Heilige. Sie kann deshalb auch nicht Schutzpatronin der Kapuzinerkirche sein, und die Patres Kapuziner feierten am 2. August nicht ihr Patrozinium.

«Portiunkula» war ein kleines Kirchlein in der weiten umbrischen Ebene bei Assisi, über dem sich heute die mächtige Basilika wölbt, ähnlich wie in Einsiedeln die Gnadenkapelle in die prächtige Barockkirche hineingestellt ist. Dieses Kirchlein feiert am 2. August den Gedenktag seiner Weihe und ist unter den Schutz Mariens, der Königin der Engel, gestellt. Es ist die Mutterkirche des Franziskanerordens. Hier hat Franziskus Gottes Anruf gehört, nach dem Evangelium zu leben. Hier schlug 1209 die Geburtsstunde des Ersten Ordens. Hier hat er mit Klara den Grund zum Zweiten Orden, dem weiblichen Ordenszweig, gelegt und 1223 den Dritten Orden für die Weltleute gegründet. Die Mutterkirche des Franziskanerordens ist ein Marienheiligtum. Darum war Franziskus dieses Portiunkula-Kirchlein besonders lieb und teuer. An den Muttergottesaltar führte er stets seine Brüder, die sich ihm anschliessen wollten. Von hier zogen sie aus. Hierher kehrten sie zurück wie zu ihrem Stammquartier, und hier im Hause seiner Mutter und Beschützerin wollte Franziskus sterben, nachdem er seinen Orden für alle Zeiten Maria geweiht hatte. Für diese Kapelle erhielt Franziskus von Papst Honorius III. den bekannten Portiunkula-Ablass, der später auf alle Franziskanerkirchen übertragen wurde.

Dieser Portiunkula-Ablass - ein toties-quoties -, der bei jedem Besuch einer solchen Kirche und nach Erfüllung der Bedingungen (Sakramentenempfang und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) gewonnen werden konnte, war in der gläubigen Vergangenheit Grund, auch weite Wege zu unternehmen, keine Mühen und Strapazen zu scheuen, um diesen Ablass zu gewinnen. Heute kann freilich dieser Ablass nur noch einmal gewonnen werden. So wurde auch das Portiunkula-Fest in Dornach für weite Kreise bis ins Elsass hinaus Anziehungskraft, Ort der Gnade durch Sakramentenempfang, Gebet und dem feierlichen Hochamt, bei dem nach alter Tradition ein Benediktinermönch aus Mariastein die Festpredigt hielt und so die jahrhundertalte Freundschaft des Benediktinerordens mit den Söhnen des heiligen Franz unterstrich.

Das weltliche Fest

Portiunkula MarktNach dem Gottesdienst wollten die Gläubigen ihre Einkäufe besorgen, sich in den Gaststätten verpflegen und sich sicher auch noch weltliche Vergnügen gönnen. Seit wann der Portiunkula-Markt in der jetzigen Form mit Verkaufsständen, Buden und Bahnen existiert, scheint nirgends festgehalten zu sein. Doch vermögen sich älteste Einwohner noch zu erinnern, dass der Markt schon in ihren Jugendjahren bestanden hat.

Sicher ist das «Portiunggeli» eines der beliebtesten Feste in Dornach. Wochen voraus fiebert ihm die Jugend schon entgegen, und nie strömt so viel Volk aus der Nachbarschaft und aus der nahen Stadt Basel nach Dornach. Selbst weit entfernt wohnende Heimweh-Dornacher kehren für ein paar Stunden in das Dorf ihrer Jugend zurück. Vom Bahnhof bis zur alten Birsbrücke zirkulieren die Leute auf und ab, vorbei an den vielen Buden, Marktständen und Karussels.

Wie eh und je werden die verschiedensten Waren angeboten. Heute fehlen natürlich auch die elektronischen Geräte nicht. Würziger Duft von gebratenen Mandeln, von Bratwürsten und Zuckerwatte steigt in die Nase. Es versteht sich von selbst, dass der grosse Autoverkehr durchs «Brüggli» während der drei Festtage umgeleitet werden muss. (Als früher noch die Tramschlaufe vor dem Amthaus existierte, durften die Trams wegen der Unfallgefahr nur bis zum Bahnhof verkehren.)

Der eigentliche Lunapark wird jenseits der Birs auf Baselbieter Boden aufgebaut, weil in Dornachbrugg selbst für die immer grösser und schwindelerregender werdenden Bahnen nicht genügend Platz vorhanden ist. Bis vor einigen Jahren standen die Bahnen auf Reinacher Boden. Jetzt befinden sie sich auf dem grossen Parkplatz der Firma Stöcklin, also auf dem Gebiet von Neu-Aesch. Wenn dann am Samstagabend und besonders am Sonntagnachmittag die Menschenmenge über die alte Nepomukbrücke hin- und herwogt, schaut der (schein)heilige - der richtige steht nämlich im Heimatmuseum in Oberdornach - Nepomuk dem bunten Treiben von seiner hohen Warte gelassen zu. Die Dornacher Behörden haben sich mit den Behörden der beiden Nachbargemeinden über den Festbetrieb abgesprochen. So wird u. a. das Fest auf der Dornacher Seite von der Solothurner Kantonspolizei, auf der Neu-Aescher Seite von der Baselbieter Polizei überwacht.

Über hundert Marktfahrer aus der ganzen Schweiz - mehrheitlich natürlich aus Basel und Umgebung - aber auch einheimische Gewerbebetriebe bewerben sich alljährlich um die Zuteilung eines Standplatzes oder eines Marktstandes. Viele von ihnen kommen schon seit Jahrzehnten, ja schon seit über 50 Jahren.

Verfasser des Berichtes: Peter Jäggi

 

Durchführung

Gemäss Beschluss der Einwohnergemeindeversammlung vom 4. April 1966 soll der Portiunkula-Markt jeweils an dem Wochenende durchgeführt werden, das auf den 2. August (dem kirchlichen Ursprung) folgt und drei Tage (Freitag bis Sonntag) dauert.

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