Die Schlacht von Dornach und ihre Folgen

Die wichtigste Folge der Schlacht ist für Dornach, dass das Dorf und die Herrschaft Dorneck endgültig solothurnisch werden. Damit werden Dornach und mit ihm das Schwarzbubenland, das aus den Herrschaften Dorneck, Thierstein und Gilgenberg entsteht, politisch aus der Basler Region herausgelöst und nach Solothurn ausgerichtet.

Die Schlacht von Dornach ist die letzte des Schwabenkrieges. Daher wird ihr gerne historische Bedeutung zugemessen. Neben den schriftlichen Quellen liegt wertvolles Bildmaterial von der Schlacht vor, das immerhin eine Vorstellung erlaubt, wie Dornach - oder vielmehr, was davon nach der Schlacht übrigblieb - ausgesehen haben könnte. Zu berücksichtigen ist, dass am Morgen des 22. März 1499, vor dem Gefecht auf dem Bruderholz, Dornach angezündet wird. Gerettet werden neben der Kirche acht Häuser. Ähnliches wiederholt sich in und um Dornach im Juli. Bis zum Tag der Schlacht wäre es dem Vogt Benedikt Hugi mit seinen wenigen Leuten nicht möglich gewesen, das Schloss gegen einen entschlossen geführten Angriff zu verteidigen. Das von Heinrich von Fürstenberg geführte Heer, das mit den Vorbereitungen für den Angriff beschäftigt ist, wähnt sich sicher vor den Eidgenossen. Dies scheint der Grund zu sein, dass die einfachste militärische Sicherheitsmassnahme, wie das Aufstellen von Wachtposten, nicht getroffen wird. Den Eidgenossen gelingt es, in Eilmärschen rechtzeitig Truppen nach Dornach zu führen und am 22. Juli unbemerkt anzugreifen. Diesen militärischen Vorteil vermögen die Eidgenossen in den folgenden blutigen Stunden zu einem Sieg zu nutzen.

Dornach ist nach der Schlacht verwüstet. Daher ist die Frage erlaubt, wo die Dornacher sich während der Schlacht aufgehalten haben. Das Schloss und die Brücke müssen Instand gestellt werden. Zusätzlich wird der solothurnische Seckelmeister Niklaus Degenscher von eidgenössischen Marodeuren ausgeplündert und umgebracht. Für Solothurn entstehen also im Schwabenkrieg erhebliche Kosten. Und die erhofften Gebietserweiterungen bleiben aus, da die andern eidgenössischen Orte und Basel, das in der Folge des Schwabenkrieges 1501 mit Schaffhausen in die Eidgenossenschaft eintritt, kein Verständnis für die solothurnischen Expansionsgelüste aufbringen.

Interessant ist das Schicksal der Toten. Den Angehörigen der gefallenen Anführer wird die Herausgabe der Leichen verweigert. Diese Toten werden bei und in der St. Mauritius-Kirche bestattet. Diese Verweigerung ist eine politische Demonstration. Seit Sempach bezeichnet die habsburgische Propaganda die Eidgenossen als Bauern, die grundlos den Adel töten, oder sie werden schlicht als «Kühgyer» beschimpft (Sodomievorwurf). Aus der Zeit des Schwabenkrieges haben sich die Bezeichnungen Kuhschweizer und Sauschwabe erhalten. Wenn die Kriegspropaganda und die monatelangen blutigen Auseinandersetzungen berücksichtigt werden, dann wird die Verbitterung der Eidgenossen verständlich.

Die übrigen Toten werden mehr verscharrt als vergraben. Bereits 1512 wird eine kleine Schlachtkapelle errichtet und drei Jahre später geweiht. Dornach wird ein Wallfahrtsort. 1640 wird die erste Schlachtkapelle abgerissen, eine neue 1643 geweiht.

1672 erhalten die Kapuziner die Erlaubnis, in Dornach ein Kloster zu gründen, das 1676 geweiht wird. Die Brüder betreuen auch die Schlachtkapelle. Die Kapuziner haben das Ablassrecht. Aus diesem Recht entsteht das Dornacher Portiunkula-Fest. 1834 führt der Dornacher Pfarrer Josef Probst die Schlachtfeier ein, 1874 muss die Schlachtkapelle der neuen Jura-Bahn weichen. Mit der Schlachtkapelle verschwindet ein weiteres Stück des alten Dornach.

1899 lässt die Solothurner Regierung neben dem Kloster ein Schlachtdenkmal errichten, das 50 Jahre später durch ein neues ersetzt wird. 1935 wird die Schlossruine unter Denkmalschutz gestellt. Nicht zu vergessen ist das Dornacher Schiessen, das - wie das St. Jakobs-Schiessen - zu den wenigen historischen Schiessen zählt.

zurück zur Geschichte